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Vorgaben

Wahrscheinlich werden Sie Ihr neu gebautes Wohnmobil auch als solches im Fahrzeugausweis eintragen lassen. Dadurch wird nämlich die Haftpflichtversicherung massiv günstiger (nicht jedoch die Kaskoversicherungen). Falls nicht, müssen Sie den Lieferwagen trotzdem wegen technischen Änderungen beim Strassenverkehrsamt vorführen. Am besten besprechen Sie Ihr Projekt bereits bei der Planung mit den zuständigen Strassenverkehrsamt, damit Sie sicher sind, dass es bei der Fahrzeugprüfung auch durchkommt.

Die Vorgaben des Strassenverkehrsamtes Bern  für den Umbau eines leichten Motorwagens zu einem Wohnmobil (gemäss telefonischer Auskunft) waren folgende:

Mindestausstattung:

  • - Sitzgelegenheit mit Tisch, der Tisch kann auch herausgenommen oder zu einem Bett umfunktioniert werden
  • - Schlafplätze
  • - Fest eingebaute Kochgelegenheit
  • - Stauraum
  • - Gültige Gasprüfung bei einer eventuellen Flüssiggasanlage

Die Einrichtungen müssen fest eingebaut sein und es muss ersichtlich sein, dass der Raum für Wohnzwecke dient. Im Prinzip wird dadurch nur sichergestellt, dass kein Versicherungsbetrug begangen werden kann (Einlösung als günstiges Wohnmobil und Verwendung als Lieferwagen). 

Es wird auch überprüft, ob das Gesamtgewicht noch eingehalten wird. Das Wohnmobil muss dazu mit vollem Wasser- und Dieseltank vorgeführt werden, damit das neue Leergewicht im Fahrzeugausweis eingetragen werden kann.

Falls Sie Änderungen an der Karosserie vorgenommen haben (wie zum Beispiel Einbau von Hubdächern, Herausnahme von Trennwänden, durchtrennen von Streben, usw...) muss überprüft werden, ob die Festigkeit der Karosserie noch gegeben ist. Wenn Sie Ihre Wohnmobilfenster nur an nichttragenden Verkleidungsblechen einbauen, sollte kein Festigkeitsnachweis erforderlich sein. Bei meinem Camper wurde nur überprüft, ob keine tragenden Streben durchtrennt und in der Nähe der Sicherheitsgurte keine Änderungen vorgenommen worden waren.

Das ist eigentlich schon alles, sofern im Wohnraum keine zusätzlichen Sitzplätze zugelassen werden sollen. Dann müssen nämlich noch weitere Bestimmungen bezüglich Fluchtwege, Sicherheit und Kommunikation mit dem Fahrer eingehalten werden:

  • - Zertifizierung der Sitze und Original-Verankerung
  • - Eine akustische Verständigungsmöglichkeit zwischen Fahrer und Mitfahrer muss für den Notfall gegeben sein.
  • - Gute Zugänglichkeit der Sitze (gefahrloser Einstieg auf der rechten Seite, Höhe des Einstiegs max. 0.5m über Boden, sonst benötigt es eine Leiter...)
  • - Zwei unabhängige Fluchtwege auf verschiedenen Seiten (entweder Türen oder Fenster mit einer Mindestgrösse)
  • - Vorgaben bezüglich Fenster für die Passagiere (Anzahl und Zertifizierung)
  • - Sicherheit der Insassen (Schranktüren verriegelt, splitterfeste Materialien, keine Kanten im Aufprallbereich, ausreichende Belüftung)
  • - Rutschsicherer Fussboden

Weitere Informationen finden Sie auf Merkblättern, am besten fordern Sie bei Ihrem Strassenverkehrsamt eines an. Hier finden Sie eine Version des TÜV aus Deutschland, diese Regeln werden in der Schweiz ähnlich gültig sein: Infoblatt.pdf

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