Wintercamping | Neuer Freizeittrend für Abenteurer

Wer im Winter als Camper unterwegs ist, wird mit Sicherheit ganz besondere Momente erleben. Dafür sorgt nicht nur die Kälte, sondern die zauberhaft glitzernde Schneelandschaft. Das alte Sprichwort „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlecht angezogene Menschen.“ kommt hier ebenfalls zum Tragen. Keine Frage, dass Wintercamping eine spezielle Ausrüstung verlangt, um die Tage richtig zu geniessen.

Wintercamping in der Schweiz beginnt mit guter Planung

Der erste Gedanke, der einem in den Kopf schiesst, mag berechtigt sein: Wird es denn warm im Wohnmobil? Aber sicher, als eingefleischter Camper kennst du nicht nur Sonnentage und hast deinen Wohnwagen entsprechend ausgebaut. Doch zum Wintercamping gehören in erster Linie natürlich Sicherheitsaspekte, die beachtet werden müssen. Gutes Beispiel: Wenn du dein Wohnmobil mit einem Vordach selbstgebaut hast, dann hast du hoffentlich eine einfache Regel beachtet: Je steiler das Vordach, umso besser rutscht der Schnee runter. Dem gesamten Aufbau wird also Gewicht abgenommen.

Der Winter wird kalt! Möglichkeiten zur Beheizung

Den Aspekt des Fahrzeugs allein lassen wir in diesem Absatz absichtlich ausser Acht. Verkehrstaugliche Wohnmobile müssen ohnehin den gesetzlichen Regelungen im Strassenverkehr entsprechen. Legen wir also Wert auf die besonderen Verhältnisse: Die Kälte im und ausserhalb des Wohnmobils. Damit es überhaupt warm wird, brauchst du eine Heizung. Die günstigste und effektivste Variante: Propangasflaschen. Eine 11-Liter-Flasche reicht ca. zwei bis fünf Tage, hier spielen die Temperaturen in der Schweiz natürlich eine wesentliche Rolle. Es bietet sich an, in deinem Camper einen Gasfüllstandsanzeiger zu integrieren. So weisst Du bereits im Vorfeld, wann sich die Propangasflasche dem Ende neigt. Das kann dich durchaus davor bewahren, dass Du mitten in der Nacht raus musst um die Gasflasche zu wechseln. Alternativ verwendest Du von vornherein Duo-Control, mit dem zwei Propangasflaschen angeschlossen werden können. Sobald eine Flasche leer ist, wird automatisch auf die zweite umgeschaltet. Für Wärme ist also 24 Stunden lang gesorgt. Der grosse Nachteil bei Gas: Es ist nicht ungefährlich, und bei jeder MFK ist Gasprüfung fällig. Für den Selbstbau also nicht die einfachste Methode…

Die richtige Ausrüstung für das Wohnmobil im Winter

Die Dieselheizung ist möglich und wird meistens gleich am Fahrzeugtank angeschlossen, für ununterbrochene Wärme ist also gesorgt. Der Einbau hat allerdings seinen Preis. Auch die Standheizung schlägt mit hohen Verbrauchspreisen zu Buche. Welche Variante hier für dich die bessere ist, entscheidest du. Doch sobald du die Isolierung für den Camper selbstgebaut hast, bist du bereits auf dem richtigen Wege. In diesem Artikel habe ich über die Isolation des Campers geschrieben. Sie sollte als Basis dienen, um künftige Verbrauchskosten zu reduzieren.

Die einfachste und günstigste, aber nicht autarke Heizmethode ist die Elektroheizung: Für ungefähr 60 CHF kann im Camping-Geschäft ein Elektroheizer (rund 1000W) gekauft werden, der dann mit Aussenstrom betrieben wird. Habe ich bei meinem Sprinter so eingebaut, funktioniert jedoch nur auf dem Campingplatz oder wenn Strom vorhanden ist…

Keinesfalls selbstgebaut, aber mindestens genauso gut: Der Schlafsack

Es gibt Gebrauchsgegenstände, bei denen du auf keinen Fall billig kaufen solltest. Dazu gehört der Schlafsack. Erfahrene Camper sagen immer wieder: Daune ist das beste Wärmematerial im Winter. Mit einem guten Schlafsack aus Daunen wirst du nicht frieren, und sollte aus unerklärlichen Gründen die Heizung ausfallen, wirst du immer noch vom Schlafsack gut gewärmt. Dazu die passende Wärmekleidung und schon kann es losgehen.

Gerade im Winter nicht vergessen!

Noch ein paar kleine Tipps, die mancher Camper in der kalten Jahreszeit vergisst. Denk an Werkzeug und praktische Dinge! Einen Besen bzw. Handfeger, um Schnee am Eingang wegfegen zu können. Ein Eiskratzer mit Teleskopstange – der ist sein Gold wert, wenn am Morgen die Scheiben vereist sind. Hammer und Zange, solltest du ein Vordach befestigen und Heringe in den Boden bringen bzw. diese wieder herauszunehmen. Der Klassiker: Ein zusammenklappbarer Spaten bzw. eine Schaufel. Jeder, der in der Schweiz irgendwann schon einmal festgesteckt hat, weiss wovon ich spreche. Diese kleine Schaufel sollte als Ausrüstung zum Campen eigentlich immer im Wohnmobil liegen.

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Bild: schrempf2 / 123RF

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