Bearbeitung der Carosserie

Du stehst jetzt wohl vor einem leeren Kastenwagen und überlegst dir schon, wo du welche Möbel platzieren willst. Aber bevor es dazu kommt, wirst du wohl noch einige Zeit mit Karosseriearbeiten verbringen. Ich selber habe mehr als ein Viertel der gesamten Ausbauzeit dazu verwendet.

Mein Sprinter war noch voller Aluprofile zum Sichern von Möbeln, die sehr gut befestigt und nur mühsam zu entfernen waren. Zudem musste die Trennwand raus. Wenn du diese drin lässt, hast du dir schon viel Arbeit erspart. Aber dann geht es an die Karosserie: Bei Occasion-Lieferwagen ist der Boden meist schon verkratzt und es hat sich Rost gebildet. Auch wenn du einen Boden mit Holzplattenverkleidung hast, solltest du einmal schauen, wie es darunter aussieht. Verkratzte Stellen in der Karosserie fangen bei einem Camper viel schneller an zu rosten als bei einem normalen Lieferwagen: Wenn du dich den ganzen Tag im Innern aufhältst, bildet sich viel Luftfeuchtigkeit, die den Rostprozess beschleunigt. Und gerade beim Boden kann es auch sein, dass einmal eine Wasserleitung undicht ist und Wasser oder Feuchtigkeit dorthin gerät. Aus diesen Gründen sollten alle rostenden und blanken Stellen in deinem Camper entrostet und behandelt werden.

Die nachträglich eingebauten Aluverstrebungen müssen weg, damit dann die Fenster eingebaut werden können.

Am gründlichsten wird die Rostentfernung mit Abschleifen, grundieren und neu lackieren (natürlich nur an den Stellen, die auch rosten). Als Grundierung gibt es im Baumarkt diverse Rost-Stopp Lacke. Ich habe einen 2-in-1 Roststopp-Lack verwendet, der gleichzeitig grundiert und schützt. Achte darauf, bei fortgeschrittenen Roststellen den gesamten Lack im Umkreis entfernen, bis du keinen Rost mehr findest. Denn meistens rostet es auch unter dem Lack weiter.

 
Nach der Grundierung mit 2-in-1 Rostschutz

Abschleifen ist aber nicht an allen Stellen möglich. Gerade auch Hohlräume sollten vor Rost geschützt werden. Wie gesagt gibt es in einem Camper viel mehr Feuchtigkeit als in einem normalen Lieferwagen. Ich habe deshalb auch die Hohlräume mit Rostschutz behandelt. Es gibt dazu spezielle Hohlraumkonservierungsmittel.

Den Lieferwagen zu entrosten, kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Aber es lohnt sich, denn an die meisten Orte kommt man nicht mehr heran, wenn erst einmal die Möbel eingebaut sind. Das Entfernen von Rost ist dann fast unmöglich, und der Camper rostet einem einfach unter den Füssen weg, das wäre doch schade.

Boden
In meinem Fall war bereits ein guter Holzplatten-Boden vorhanden, der sogar ein wenig isoliert war. Sonst müsste man sich überlegen, wie der Fahrzeugboden gleichzeitig ausgeglichen und isoliert werden kann. Auch für die Befestigung der Möbel ist es sinnvoll, einen soliden Untergrund zu haben, an dem man auch mal etwas festschrauben kann. Wenn du dich entscheidest, den Boden zu isolieren, hast du auch genügend Platz, Wasser- oder Stromleitungen darin zu verlegen. Auf eine gründliche Isolation des Bodens habe ich jedoch verzichtet. Die an Stehhöhe gewonnenen 5cm sind mir lieber.

Karosserie Arbeiten Mercedes Sprinter
Der Sprinter nach Entfernen des Bodens

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