Beleuchtung

Am gemütlichsten wird es im Camper, wenn es draussen dunkel ist und innen angenehm hell. Das gibt dann auch die romantischen Fotos vom Camper mit Licht unter dem Sternenhimmel… Damit es aber soweit kommt, muss zuerst eine geeignete Lichtquelle eingebaut werden. In diesem Artikel erkläre ich, wie ich meinen Sprinter mit Licht ausgestattet habe, worauf du achten solltest und was ich anders machen würde.

Innenbeleuchtung für den Camper mit LED statt Halogen: Neue Technologie machts möglich!

Schon bei meinem Camper-Ausbau im Jahr 2014 waren LED hoch im Trend und überzeugten mit einer langen Lebensdauer. Der Einbau von LED lohnt sich: Sie verbrauchen gut 3 mal weniger Energie als Halogenleuchten und 5 mal weniger Strom als eine Glühbirne! Solange man die Beleuchtung nicht auch zum Heizen einsetzen möchte, fährt man mit LED eindeutig besser.

Natürlich gibt es im Camping-Shop eine grosse Auswahl an Leuchten, die sich speziell für Wohnmobile eignen. Diese fand ich jedoch etwas teuer, denn ganz normale LED-Leuchten vom Baumarkt oder aus dem Internet sind qualitativ gleichwertig. Ich habe meine Leuchten damals bei Conrad gekauft, deshalb poste ich in diesem Artikel einige Links. Es gibt aber natürlich auch andere Online-Händler für LED und Elektronik, die du besuchen kannst!

Der Vorteil ist, dass diese Leuchten auch gleich für 12V erhältlich waren und ohne grossen Aufwand an der Batterie angeschlossen werden konnten. Das kann dann jedoch dazu führen, dass ein Spannungsabfall der Batterie an der Beleuchtung bemerkt werden kann, nicht sehr professionell und schön. Mehr dazu im Teil «LED-Driver» weiter unten im Artikel.

Gemütliche Beleuchtung für den Selbstbau-Camper: Kombination aus LED-Spots und Leuchtstreifen

Ich habe mich für 4 LED-Spots über dem Esstisch sowie 2 Spots über der Küchenablage entschieden. Die genaue Leistung davon weiss ich nicht mehr, wahrscheinlich 2-3 Watt pro Leuchte. Der Vorteil der LED-Spots ist, dass sie gleich mit einem Gehäuse und einer Linse geliefert werden, und so das Licht schön auf einen bestimmten Ort bündeln können, so zum Beispiel auf die Küchenablage. Jedoch sind sie nicht sehr hell, deshalb habe ich noch einige LED-Strips dazugekauft und rund um den Innenraum aufgeklebt. Das war sogar super einfach mit dem selbstklebenden Klebeband auf der Rückseite. Falls mehr Licht vorhanden sein muss, sorgen sie auf Knopfdruck für die nötige Weihnachtsbeleuchtung. Die LED-Streifen streuen das Licht auch mehr und leuchten gleichmässiger aus als die Spots. Ich bin bisher sehr zufrieden mit dieser Kombination und hatte jetzt 3 Jahre lang keine Probleme damit.

 
Bilder: LED-Spots direkt in der Deckenverkleidung eingebaut (links) und LED-Strips im Einsatz (rechts)

Leider sind die Spots, die ich damals verwendet habe, heute nicht mehr erhältlich.
In der Kategorie Auto-Innenbeleuchtung bei Conrad findet man aber immer noch sehr gute und günstige Angebote für LED, die speziell auf 12V ausgerichtet sind und sich hervorragend als Spot oder Leselampe fürs Wohnmobil eignen. Wenn die Beleuchtung etwas professioneller aussehen soll, können auch 12V LED-Deckenlampen gewählt werden. Diese sind etwas teurer und für den Einbau in Wohnungen gedacht, es gibt sie aber in sehr schönen Designs, das könnte den Camper-Innenraum optisch etwas aufwerten.

Als Zusatzbeleuchtung habe ich rundum 12V LED-Strips für insgesamt 1A = 12W eingebaut. LED-Streifen kann man beliebig mit der Schere zerteilen (meistens immer nach 3 LED) und so ans Fahrzeug anpassen. Es gibt sie in allen möglichen Farben, von Neon-weiss bis zum angenehmen Bernstein-Farbton, im Komplettset oder einfach nur die Streifen mit Kabel. Die Komplett-Sets würde ich nicht empfehlen, sie sind meistens fürs 220V Netz ausgelegt, das brauchst du im Camper nicht. Du kannst die Streifen mit dem passenden Wiederstand ans Bordnetz oder direkt ans LED-Steuerungsgerät anschliessen.

LED Beleuchtung Wohnmobil Camper
Innenraum mit LED-Strips beleuchtet

Dieses Dokument aus der Zeitschrift Faktor LED finde ich noch nützlich, es bereinigt die häufigsten Mythen und Halbwahrheiten aus der LED-Welt.

Variante 1: LED-Stromaufnahme mit Wiederständen dimensionieren

Eine LED ist eine Diode, deshalb wird sie auch „Leuchtdiode“ genannt. Das heisst aber auch, dass sie ein spezielles elektronisches Bauteil ist: Im Gegensatz zu einer Glühbirne, Heizung etc… hat sie praktisch keinen Wiederstand. Schliesst du sie direkt ans 12V-Netz an, wird sie extrem hell und verbrennt wahrscheinlich nach wenigen Minuten wegen Überhitzung. Deshalb ist es wichtig, dass beim Einbau von LED der Stromfluss passend dimensioniert wird. Wenn du eine fixfertige 12V-Leuchte fürs Bordnetz kaufst, ist der Wiederstand meistens schon dabei, und du kannst die Lampe direkt ans Bordnetz anschliessen. Auskunft gibt das Datenblatt. Kaufst du jedoch LED als elektronisches Bauteil oder LED-Strip ein, musst du den Stromfluss berechnen, damit die Angabe im Datenblatt nicht überschritten wird! Eine Möglichkeit ist, Wiederstände zu verwenden, um den Stromfluss entsprechend zu dimensionieren. Dieser Online-Wiederstandsrechner kann weiterhelfen.

Variante 2: Einbau eines LED-Treibers

Wenn in meinem Camper ein starker Verbraucher, wie der Boiler oder die Wasserpumpe eingeschaltet wird, sieht man das der Beleuchtung sofort an, da sie gleich etwas dunkler wird. Das liegt daran, dass die Batterie nicht soviel Strom auf einmal liefern kann und die Spannung etwas abfällt. Der Stromfluss meiner LED-Beleuchtung ist mit einem Wiederstand dimensioniert, sobald dessen Spannung etwas abfällt, ändert sich auch der Stromfluss proportional (Ohmsches Gesetz, U=R*I). Das äussert sich dann im Abdunkeln der Beleuchtung wenn die Batteriespannung abfällt.

LED Treiber im Camper / Wohnmobil
Ein passender LED-Treiber fürs 12V-Netz passt sich an und liefert immer den genau gleichen Strom, egal bei welcher Batteriespannung. Quelle: conrad.ch

Möchte man das nicht oder möchte man verhindern dass ein Teil der Energie in den Wiederständen einfach verbraten wird, schafft ein LED-Treiber Abhilfe. Dieser sollte je nach Verbrauch der Beleuchtung dimensioniert werden, ist aber recht teuer (70 bis 200 CHF je nach Leistung). Auch ist die Auswahl für 12V nicht extrem gross. Die meisten LED Steuergeräte sind dafür konzipiert, am 230V-Netz angeschlossen zu werden, und das macht im Camper nun wirklich keinen Sinn. Jedoch gibt es auch solche mit Dimm-Funktion, das könnte eventuell ein zusätzlicher Nutzen sein.

Schalter und Kabel für die Camper und Wohnmobil Innenraum-Beleuchtung

LED haben heute eine sehr lange Lebensdauer von 20’000 bis 50’000 Stunden, wenn sie richtig verarbeitet und eingebaut wurden. Deshalb habe ich die LED-Spots gleich direkt in die Deckenverkleidung eingebaut. Sollte eine LED aussteigen, müsste ich die ganze Deckenverkleidung entfernen, um das Problem zu beheben… Ich denke aber, es ist viel wahrscheinlicher dass sich im Laufe der Zeit eine Kabelverbindung lockert und die Beleuchtung deshalb nicht mehr funktioniert. Im allgemeinen ist es mit Elektronik häufig so, dass 90% der Probleme an der Verkabelung liegen, sollte etwas aussteigen. Gerade speziell bei Wohnmobilen, die auf der Strasse stundenlang durchgerüttelt werden, ist eine solide und korrekte Verkabelung wichtig.

  
Bild: Werkzeugfreie Verbindungsklemmen von WAGO. Quelle: Conrad

Damit nicht jede Verbindung gelötet werden muss, verwendest du am besten Verbindungsklemmen. Es gibt ganz viele verschiedene: Zum Schrauben, mit Feder, etc… Bei mir haben sich die werkzeugsfreien Verbindungsklemmen von WAGO sehr bewährt: Oranger Hebel auf, Kabel rein, Hebel zu und die Kabel sind verbunden. In den letzten 3 Jahren hatte ich so auch nie Probleme mit losgerüttelten Kabeln, und wenn ich schnell ein Kabel umstecken muss, ist das ganz schnell erledigt.

Lichtschalter selber einbauen im Wohnmobil

Damit es auf Wunsch hell wird, benötigt man einen angemessenen Lichtschalter. Es gibt da ganz viel Auswahl auf gängigen Elektronik-Shops. Ich habe einfach ein günstiges Taster-Modell gewählt, die Beleuchtung damit verbunden und in die Verkleidung eingebaut. Wichtig ist einfach, dass du beim Kauf die Schaltstellung beachtest. Diese werden meistens wie folgt beschrieben: Ein/(Aus). Ein Schrägstrich bedeutet eine Schalter-Aktion bzw. einen Knopfdruck. Eine Stellung in Klammern bedeutet, dass es sich nur um eine tastende Funktion handelt, der Schalter also gleich wieder in die vordere Position zurückspringt, wenn er losgelassen wird. Das vorherige Beispiel würde deine Beleuchtung also immer aktivieren, es sei denn du drückst den Knopf. Für deine Beleuchtung brauchst du also eher einen Taster mit der Schaltstellung Ein/Aus. Dann wird es auf Knopfdruck hell, und auch auf Knopfdruck wieder dunkel.

Elektronik im Selbstbau Camper: LED absichern

Auch bei der Beleuchtung ist es extrem wichtig, dass sie an einer Sicherung angeschlossen ist. Durch das ständige Rütteln im Fahrzeug könnte sich sehr leicht ein Kabel losmachen und irgendwo die Karosserie berühren: Kurzschluss! Dann ist es wichtig, dass nur die Sicherung durchbrennt und nicht sonst irgendwas. Mehr Infos zur Camper-Elektrik und Sicherungskasten findest du in diesem Artikel.

Automatisches Licht im Wohnmobil bei Türöffnung

Man kennt es von jedem Auto: Die Tür öffnet sich, und die Innenbeleuchtung geht an. Im Moment arbeite ich gerade an einem ähnlichen Projekt für meinen Camper: Wird die Seitentür geöffnet, erkennt das ein Sensor und aktiviert automatisch eine Einstiegsbeleuchtung. Dafür werde ich wahrscheinlich einen grünen LED-Streifen wählen. Als Sensor würde sich ein ganz normaler mechanischer Taster eignen, doch der ist in einem Fahrzeug nicht sehr einfach nachträglich einzubauen. Ich werde deshalb wahrscheinlich mit einem optischen Sensor und einem Arduino-Microchip arbeiten. Updates gibts, wenn alles fertig ist!

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Copyright Artikelbild: schrempf2 / 123RF Stock Photo

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