Isolation

Damit es im Winter im Innern des Wohnmobils schön warm bleibt und im Sommer trotzdem nicht zu heiss wird, muss der Innenraum gut isoliert werden. Wer im Sommer schon einmal das Auto an der Sonne stehen gelassen hat, weiss worum es geht. Richtig kühl wird es ohne Klimaanlage sowieso nicht, denn bei direkter Sonneneinstrahlung wird es auch trotz Isolation ganz schön heiss, vor allem weil mein Camper schwarz ist. Aber dank meiner Isolation kann ich im Sommer drinnen etwa die gleiche Temperatur erhalten wie draussen.

Die Gedanken an die Isolation beginnen schon bei der Wahl des Basisfahrzeugs: Es sollte möglichst wenige Fenster haben.  Denn diese isolieren überhaupt nicht. Lieber einen komplett geschlossenen Kastenwagen wählen, und dann nachträglich Doppelschichtige Campingfenster einbauen, die auch mit einer reflektierenden Folie zugeschoben werden können. Für die Scheiben im Fahrerbereich habe ich Isomatten gekauft, die mit Saugnäpfen von innen befestigt werden können. Auch mit Vorhängen kann einiges gemacht werden, oder wenn der Bus auf der ganzen Seite Fenster hat, können die nicht benötigten Fenster getönt und von innen mit einer reflektierenden Folie abgeklebt und anschliessend isoliert werden.

Das Isolationsmaterial für den Camperbau
Früher wurden oft Glaswolle oder andere im Baumarkt erhältliche Isolationsmaterialien verwendet. Diese sind aber schwer und erhöhen das Gewicht des Campers erheblich. Dazu können sich mit Wasser vollsaugen und schimmeln. Weil die Isolationsschicht unzugänglich ist, muss dann der ganze Camper wieder auseinandergebaut werden um das Problem zu beheben. Deshalb sollte lieber eine geschlossenporige, wasserabweisende Isolation verwendet werden.

Isolationsplatten

Isolationsplatten X-Trem (Quelle: Reimo)

Aus diesen Gründen habe ich die speziell für Wohnmobile geschaffenen X-Trem Isolationsmatten verwendet. Sie sind leicht, nehmen kein Wasser auf und können gut gebogen werden, um sich den Krümmungen am Fahrzeug anzupassen. Befestigt werden sie mit einem speziellen Flüssig- oder Sprühkleber, der mir jedoch zu teuer war. Ich versuchte, ein ähnliches Produkt im Baumarkt zu finden, aber ohne Erfolg: Kein einziger Kleber konnte PE auf Stahlblech kleben. Entweder greift das Lösungsmittel das PE an und löst es auf. Oder dann ist der Kleber auf Wasserbasis und muss trocknen können, was aber nicht möglich ist, da weder das Stahlblech noch die Isomatten luftdurchlässig sind. Dazu muss der Kleber auch noch Temperaturen von 100° aushalten, wenn die Sonne auf das Wagendach scheint…

Nach langer Suche bin ich auf einen Kraftkleber auf PU-Basis gestossen, der die Materialien verkleben kann. Allerdings wäre ich preislich besser davongekommen, hätte ich den originalen Flüssigkleber von X-Trem gekauft…

Die Isolationsplatten werden mit PU-Kleber direkt auf die Aussenwand geklebt.
Heutzutage isolieren die meisten Camperbauer direkt mit Armaflex. Die Folie ist selbstklebend, dann wäre das Problem mit dem Kleber auch schon erledigt.

Isolation des Bodens
Wieviel Wärme verloren geht in der Nacht, oder wieviel sich der Camper aufwärmt am Tag hängt von der gesamten Oberfläche ab, durch die die Wärme geleitet werden kann. Ein grosser Teil davon findet auch am Boden statt. Mein Sprinter hatte bereits feste Bodenplatten mit einer dünnen Isolationsschicht, ich habe mich deshalb entschieden, den Boden nicht weiter zu isolieren, auch wegen der verlorenen Stehhöhe. Es macht aber durchaus Sinn, den Boden bei der Isolation auch zur berücksichtigen, in der Nacht wird er jeweils recht kalt.

Einbau des Isolationsmaterials
Ansonsten sind die X-Trem Isolationsmatten einfach zu verwenden. Sie werden mit dem Cuttermesser zugeschnitten und an der gewünschten Stelle aufgeklebt. Glücklich ist, wer ein älteres Lieferwagenmodell besitzt, das nicht so stark profiliert und abgerundet ist. Ich musste um alle Rundungen und Profile herumarbeiten, und die zugeschnittenen Matten waren nur selten quadratisch, so dass ich etwa 4 Tage nur mit der Isolation beschäftigt war. Für das Dach habe ich die etwas dickeren 30mm Matten verwendet, und für den Rest die Standard-Dicke von 20mm.

Dampfbremse oder nicht?
Im Hausbau werden Dampfsperren und Dampfbremsen verwendet, um die Feuchtigkeit zu regulieren und je nachdem drinnen oder draussen zu halten, je nach Typ sind sie auch diffusionsoffen. Die Dampfsperre / Dampfbremse hilft auch gegen Zugluft und isoliert so zusätzlich. Im Camper macht eine Dampfbremse meiner Meinung nach keinen Sinn. Die Ritzen bei Türen und Fenster sollen einen gewissen Austausch mit der Aussenluft sowieso zulassen. Und wer eine Isolation gewählt hat die nicht feucht werden kann, braucht keine Dampfbremse denn das Blech ist sowieso dicht. Kondenswasser wird es geben, und es wird sich dort ansammeln, wo es am kältesten ist. Bei mir ist das die Innenseite der Windschutzscheibe.

Reflektierende Folie
Bei meinem Camper ist keine eingebaut, aber ich denke jetzt, dass es Sinn machen kann für eine erweiterte Isolation. Infrarotstrahlen, also Wärme, werden in den Innenraum zurück reflektiert, im Winter kann die Wärme besser gehalten werden. Auch im Sommer könnte es einen Unterschied machen, der Temperaturunterschied zwischen dem Blech und dem Innenraum kann durch die Folie höher gehalten werden.

Auffüllen der Profile mit PU-Schaum
Bei meinem 1. Ausbau im 2014 habe ich ebenfalls alle Hohlräume mit 1-K Bauschaum ausgeschäumt. Das würde ich aber nicht empfehlen, der Aufwand war immens und insgesamt habe ich ungefähr 150 Liter Hohlraum ausgeschäumt. Gebracht hats nicht viel: In den Hohlräumen ist sowieso isolierende Luft, und die meiste Energie wird übers Blech übertragen. Es gilt, alle „nackten“ Blechstellen mit Iso-Folie und Reflektionsfolie zu überkleben, dann ist das Wohnmobil bestens isoliert.

Das Auffüllen der Hohlräume mit Bauschaum würde ich nicht mehr empfehlen.

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